Geschichte der TherMilAk

Begriff

Eine Militärakademie ist eine Bildungseinrichtung für Offiziersanwärter und/oder Offiziere im militärischen aber auch im wissenschaftlichen Bereich.

Die 1751 gegründete Theresianische Militärakademie in WIENER NEUSTADT gilt als die älteste Militärakademie. Ebenfalls 1751 gegründet wurde die École Militaire in PARIS (als Militärschule).

Die weltweit wohl bekanntesten und renommiertesten sind die Royal Military Academy SANDHURST (England), Ecole Spéciale Militaire de SAINT CYR (Frankreich), United States Military Academy WEST POINT (Vereinigte Staaten) und die United States Naval Academy ANNAPOLIS (Vereinigte Staaten).

Im Laufe der Geschichte gab und gibt es unterschiedliche Formen von Militärschulen mit vollkommen unterschiedlichen Zielrichtungen. Einige haben eine "vormilitärische" Ausbildung zum Ziel (so z. B. Kadettenanstalten oder Ritterakademien, andere bilden Offiziersanwärter bis zu ihrer Offiziersbeförderung aus z. B. Marineakademien und manche haben die weitere Ausbildung höherer Offiziere zum Ziel (wie Kriegsakademien).

 

Geschichte

Die Theresianische Militärakademie wurde unter Maria Theresia am 14. Dezember 1751 mit dem Auftrag"Mach' er mir tüchtige Officirs und rechtschaffene Männer darauß" an den ersten Kommandanten Feldmarschall Leopold Josef Graf Daun gegründet und ist somit die älteste Militärakademie der Welt. Als Besonderheit kann erwähnt werden, dass hier pro Jahr je 100 Adelige und 100 Bürgerliche aufgenommen wurden. Schon die Offiziere der Österreich-Ungarischen Armee wurden bis 1918 hier ausgebildet. Die Bezeichnung Militärakademie trägt sie seit der Vereinigung mit der Pflanzschule für Kadetten im Jahr 1769. 1771 erschien ein vom Lokaldirektor Feldmarschallleutnant Hannig ausgearbeiteter geregelter Studienplan und 1775 das von Maria Theresia sanktionierte Akademie-Reglement. Die Ausbildungszeit betrug damals elf Jahre und wurde schrittweise auf drei Jahre verkürzt.

Der berühmte steirische Prinz Erzherzog Johann war 44 Jahre (von 1805 bis 1849) Oberdirektor der Theresianischen Militär Akademie.

In der ersten Republik wurde die Ausbildung bis 1934 in ENNS durchgeführt und anschließend wieder in WIENER NEUSTADT. Eine Besonderheit in der Zeit zwischen 1933 - 1938 und dem Anschluss ist die Weigerung des Generalleutnants Rudolf Towarek (1933 - 1938 Kommandant der Militärakademie) die Burg der in Österreich einmarschierten Wehrmacht zu übergeben, er ließ die Wache mit aufgepflanzten Bajonett aufmarschieren und verweigerte so der Wehrmacht mehrere Tage den Zutritt zur Burg. Diese Tat hatte bis auf seine Pensionierung keine negativen Auswirkungen auf GenLt. Towarek, er erhielt sogar die Erlaubnis nach seiner Pensionierung weiterhin die österreichische Uniform zu tragen.

Nach dem Anschluss wurde an der Wiener Neustädter Burg eine Kriegsschule für die Unteroffiziersausbildung eingerichtet die zu Beginn von Erwin Rommel geleitet wurde. In dieser Zeit wurde die Anlage auch um die heutige Daun Kaserne erweitert, die das zivile BORG (Bundesoberstufenrealgymnasium) Militärrealgymnasium (MilRG) und bis 2012 das militärische BRGfB (Bundesrealgymnasium für Berufstätige Zeitsoldaten) beherbergte. Heute sind dort nur mehr das zivile BORG (Bundesoberstufenrealgymnasium) und das Militärrealgymnasium (MilRG) untergebracht.

Nach der Gründung des Bundesheeres im Jahr 1955 war die Militärakademie nochmals bis 1958 in Enns untergebracht, von wo sie anschließend wieder in die Burg von Wiener Neustadt übersiedelte, nachdem die Beschädigungen durch den 2. Weltkrieg behoben wurden.

 

A E I O U

Wappen und Siegelinsignien der Akademie, A.E.I.O.U. gehen auf einen Wahlspruch von Friedrich III. zurück, seine klare Bedeutung ist nicht näher bekannt.

 

Die MilAk heute

Derzeit ist Brigadier Mag. Gerhard HERKE mit der Führung betraut.
1998 wurde der 8-semestrige Fachhochschulstudiengang "Militärische Führung" an der Theresianischen Militärakademie eröffnet, der unter anderem auch die Möglichkeit des Studiums von Zivilisten ermöglicht. Die Absolventen musterten als Magister (FH) aus.
Die Annäherung an das dreistufige Bologna-Modell erfolgte mit dem Wintersemester 2008 mit dem Umstieg auf den sechssemestrigen Fachhochschul-Bachelorstudiengang Militärische Führung (FH-BaStg MilFü).
Im Abschlussjahrgang 2003 schlossen die ersten 4 Frauen die Ausbildung an der Militärakademie positiv ab. Insgesamt wurden über 3.600 Offiziere an der Theresianischen Militärakademie seit ihrer Wiedereröffnung im Jahr 1959 ausgebildet.

Es gibt 2 Studentenverbindungen als Hausverbindungen an der TherMilAk: Die "Österreichische katholische akademische Verbindung THERESIANA" und die "Akademische Tafelrunde WIKING zu WIENER NEUSTADT". Absolventen der Theresianischen Militärakademie können auch dem Absolventenverein Alt-Neustadt beitreten.

Weiterführende Detailinformationen können unter

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Theresianische_Militärakademie

    und

  • http://miles.ac.at/miles/_Portal/index.php

    abgerufen werden.